Du rothe Ros' auf grüner Haid'

A. Amadei

Du rote Rose auf grüner Heid',

Wer hieß dich blühn?

Du heißes Herz in tiefem Leid,

Was will dein Glühn?

Es braust der Sturm vom Berg herab,

Dich knickt er um;

Es gräbt die Liebe ein stilles Grab,

Du bist dann stumm.

Denk nicht an Tod, an Leben denk

In Lieb und Lust,

Dich selber wirf als dein Geschenk

An meine Brust.

Ich weiß es ja, daß du mich liebst

In Überfluß,

O Seligkeit! wenn du mir giebst

Den ersten Kuß.

Geschrieben steht am Sternenzelt,

Du wärest mein;

Was fragt die Liebe nach der Welt

Und ihrem Schein?

Um meinen Nacken schling den Arm,

Preß Mund auf Mund,

Ruhst anders nicht so süß und warm

Im weiten Rund.

Versink, vergiß im Wonnerausch

Der Erde Zeit,

Giebst für den Augenblick in Tausch

Die Ewigkeit.

Komm! daß du meine Sehnsucht stillst,

O Königin!

Und wenn du meine Seele willst,

So nimm sie hin!