Es hat gleich einem Diebe
A. Amadei
Es hat gleich einem Diebe
Ins Herz mir für und für
Sich eingeschlichen die Liebe
Und still geschlossen die Tür.
Doch will sie mit ängstlichem Sorgen
Gehütet sein und versteckt
Und vor den Menschen verborgen,
Wo keiner sie entdeckt.
Ich darf nicht an Feiertagen
Zum hellen festlichen Kleid
Vor aller Augen sie tragen,
Am Hals ein geld'nes Geschmeid.
Nein, unterm Mieder drinnen
Und tiefer noch in der Brust
Muß ich verbergen mein Minnen
Und seine Qual und Lust.
Doch auf den Wangen glüht es
Und zuckt um die Lippen leis,
Und aus den Augen sprüht es
Dem Einen, der es weiß!