Liebchens Preis
A. Amadei
Wo nähm' die Sonne her den Glanz, das Licht,
wär's von dem Widerscheine deiner Augen nicht?
Verdrießlich schleicht das Bächlein hin und kümmerlich,
betrachtest du nicht oft in seinem Spiegel dich.
Dein Haar die Seidenraupe schaut voll Neid,
weil nicht so fein und weich sie spinnen kann ihr Kleid.
Vor Scham wird röter noch das Rosenblatt,
wenn deiner Wangen Purpur es ersehen hat.
Der Schnee ist gleich vor Ärger aufgetaut,
da er so blendend weiß nicht ist wie deine Haut,
und sagt ein Liebeswort die Lippe dein,
so horcht die Nachtigall und stellt ihr Singen ein.