Das getäuschte Mädchen

A. Andrade

Ich sehe nun voll banger Reue,

dass meine Mutter wahr gesagt;

Lubin liebt nicht mit fester Treue,

auf ihn vertrauen ist gewagt.

Schnell wie der Blitze falbe Scheine,

so schwand mein Glück schell in die Nacht;

Weine, du armes Mägdlein, weine,

die Mutter hat's vorausgesagt.

Es hat mich täglich nur betrogen

der falsche mit dem teu'ren Eid

bei des umblühten Baches Wogen,

nie werde mir durch ihn ein Leid!

Es rauscht der Bach, ich steh' alleine,

fühlend getäuschter Sehnsucht Macht.

Weine, du

usw.

Zum frommen Klausner will ich fliehen,

er ist begabt mit Wunderkraft;

will ihn in mein Geheimnis ziehen,

vielleicht, dass er mir Hilfe schafft.

Die Hoffnung tröstet mich alleine,

dass des Treulosen Reu' erwacht;

weine, du

usw.