Der Adler
A. Arensky
Ein Adler saß auf Felsgestein,
den Blick gerichtet in die Weite,
dem Pilger gleich, der ganz allein
tiefernstem Sinnen wird zur Beute.
Der andern Vögel lauter Chor
umschwärmte ihn mit Schrei'n und Singen;
im Wirbelwind zu ihm empor
versucht der Erdenstaub zu dringen.
Doch schien er nocht die Vogelschar
noch auch den Wirbelwind zu hören.
Er ließ, der königliche Aar,
in seinem Sinnen sich nicht stören.
Genug des Sinnens! Einen Blick
des Erdentreibens nicht'gen Dingen,
dann kehrt zur Höhe er zurück,
ausbreitend die gewalt'gen Schwingen.
Heimwärts zu seiner Väter Thron,
benachbart Sonne, Mond und Sternen,
nahm seinen Flug der Königssohn
zum Wolkensaum, zu blauen Fernen.
Und Erdenstaub und Erdentand
hat bald er hinter sich gelassen,
und, unberührt von Lieb' und Hassen,
im blauen Äther er entschwand.