Abendglocken
A. Beer-Walbrunn
Wie ein Grüßen, wie ein Singen
geht mir's innig durchs Gemüt,
nah' und fern die Glocken klingen,
und der Tag ist nun verblüht.
Doch in meiner Brust tief innen
blühet weiter Duft und Glanz;
dass ich dein, mit allen Sinnen
dein nur bin, ich fühl' es ganz.
Schlafen ging der Schaffenstriebe
vielbewegter Lebensdrang,
nur die Sehnsucht und die Liebe
einen sich zu stillem Sang.
Ach, dass sie ein Echo fänden
drüben über Strom und Wald,
klingend mir's zurück zu senden,
dass mein Grüßen nicht verhallt!
Nun zur Ruh'! Am Himmelsbogen
dunkelt tiefer schon das Blau,
Stern an Stern ist uns gewogen;
schlumm're, hoffe und vertrau'!
Meiner Töne Nachen leite
dich zu seligem Gefild,
und am Strand entgegen schreite
dir des Liebsten Traumgebild!