Frohsinn
A. Bergt
Wohl dem Manne spät, und früh,
Dessen stilles Herz sich nie
Überirdisch Glück erträumt
Und von wilden Wünschen schäumt.
Der mit diesem Erdenkloß
Der mit dem beschiednen Loos
Immerdar zufrieden lebt
Nie nach Dunst, und Wolken strebt,
Welcher nur die Blumen sieht,
Wo der Andre sich bemüht
Gift und Unkraut auszuspähn
Und den Schöpfer drum zu schmähn.
Der durchs Leben wandelt leicht,
Nicht gebückt, und mürrisch keucht,
Rasch zu seinem Werke eilt,
Nie sich spaltet, nie sich theilt,
Der, mit sorgenlosem Sinn
Über die Gefahren hin
Für die nächste Stunde blind
Leichter schlüpfet, als ein Kind.
Selig, selig ist der Mann,
Der von sich dieß rühmen kann;
Denn sein Himmel in der Brust
Ist ein ew'ger Born der Lust.