Calafat
A. Bungert
Die Donau strömet breit dahin,
So kraftbewusst, so ruhevoll;
Sie hält das Land im Arme fest
Und hats an weiche Brust gepreßt,
Deß Marken sie beschützen soll.
Widin und Calafat, die stehn
In Abendsonnengluth getaucht,
Die Ruhe athmet überall --
Da zuckt ein Blitz, da dröhnt ein Knall,
Die Erde bebt, das Wasser raucht.
Es zischen in die goldne Fluth,
Es sausen durch die Lüfte schwer,
Aus schwarzen Schlünden ausgesandt,
Als Brudergruß, von Land zu Land,
Die mächtgen Bomben hin und her.
Hoch oben, auf der Batterie
Steht König Karl so ruhig da;
Ihr Mannen, schaut den Tod nur an,
Der Führer selber denkt nicht dran,
Was ihn umringet drohend nah.
Er schaut mit ernstem Angesicht
Hinaus, und denkt, obs ihm wohl glückt,
Daß er Widin mit seiner Schaar
Bestürmt, daß er die Donau gar
Für seine Helden überbrückt.
Da kracht es einen Schritt von ihm
Und splitternd sprüht es um ihn her;
Sie schaun erschrocken auf und sehn,
Dort oben ihren Führer stehn,
Allein, im Feuermeer.
Der Eine schlug entsetzt das Kreuz,
Der Andre stürzte in die Knie;
"Der Fürst! ach, unser Fürst verletzt,
Der Steuermann, den Nichts ersetzt,
Und Niemand!" jammernd sie.
Doch hoch die Mütze schwingend rief
Er hell und laut, als starker Brust:
"Hurrah! das ist Musik für mich,
Die hab' ich gern, die kenne ich,
Nach dieser hatt ich Lust!"
Die Donau hat den Ruf gehört,
Ihr lacht das Herz, sie kennt den Ton,
In ihren Wellen singt es jung,
In zärtlicher Erwiderung,
Den Hoh'nzollernsohn!