Der Hollunderbaum

A. Deprosse

Da droben auf jenem Berge steht

Ein Holunderbaum vom Wind umweht,

Gewieget zu der Erden.

Die Nacht ist hell und die Luft ist kühl,

Zwei Buhlen die weinen der Thränen so viel,

Sie müssen scheiden, ja scheiden.

Sie rissen mit Thränen, mit Thränen sich los,

Der Schmerz war tief, und der Schmerz war groß,

Sie sahen sich niemals wieder.

Er zog wohl über's weite Meer,

Sie hört eine schaurige Todesmähr',

Und ging weit über die Berge.

Verschollen ist ihr Nam' im Land,

Der Mond nur ihre Gräber fand,

Drauf spielen die Lüfte des Maien!

Der grüne Baum steht droben noch

Mit tausend Blüten sprossend hoch,

Gewieget zu der Erden.