Die Wasserlilien

A. Deprosse

Die Wasserlilien im Wald

Die wollt' er brechen gehn,

Da sah der wilde Knabe bald

Ein bleiches Mägdlein stehn.

"Lieb' Knabe mein, o weile hier

Bei mir am stillen Teich!"

""Schön Mägdelein, erst sage mir,

Warum so bleich?""

"Die stillen, stillen Wässerlein

Die haben tiefen Grund,

Die bleichen, bleichen Mägdelein

Die haben süßen Mund." --

""Und ist er süß, ist er doch weiß,

Mein Mund ist frisch und roth,

Ich sehe wie das Leben, heiß, --

Du wie der Tod!""

Da schüttelt sie das Haupt im Wind,

Hat traut ihn angesehn,

Sie sang so leis, sie sang so lind,

Er konnt' nicht widerstehn:

Er schwamm mit ihr im grünen Teich,

War nicht mehr frisch und roth,

War auch so blaß, war auch so bleich, -

Denn -- er war todt. --