Musiklied

A. Diabelli

Sanfte, süsse, engelreine,

Heil'ge Himmelssprache, dir,

Rein und heilig wie sonst keine,

Dir, ein Sänger, steh' ich hier!

Bei der Freude Rosenschimmer,

Bei der Wonne Sonnenblick,

Hab' ich Göttliche dich immer

Hochgepriesen, dich Musik.

Ist nicht Raum mehr den Gefühlen

In der frohbeengten Brust,

Um das Herz in Liedern spielen

Ach ist dann so süsse Lust!

Doch, dich heilig zu verehren,

Lehrte mich die Not der Zeit,

Freud' erst musste sich mir kehren

Süsse Freud' in bitt'res Leid.

Ohne Murren willst du klagen,

Über Lebenslust und Müh'n,

Kannst nichts hartes drüber sagen,

Hauchst es aus in Harmonien.

Kannst und willst allein verkünden

Nur, der Lieder Schmerzgefühl,

Nicht das Leiden selber, binden

Willst du's durch der Töne Spiel.

Greift der Sänger in die Saiten,

Tönt des Liedes süsser Klang,

Muss sich Friede gleich verbreiten,

Ew'ger Friede wohnt im Klang.

Friede, Friede, nichts als Friede,

Friede hier und Friede dort,

Friede tönt in jedem Liede,

Fried' im Lied als Echo fort.