Hoch Deutschland

A. Dorn

Ob drohend die Wolken auch hangen,

Die Zeiten sich wandeln mit Macht,

Ob Kronen und Reiche vergangen,

Noch stehest du fest auf der Wacht!

Dich konnt kein Wetter verderben,

Fest hieltest den Stürmen du stand.

Für dich will ich leben und sterben,

Du altes deutsches Land.

Hoch schleudern zur Düne die Wellen

Mit leuchtenden Kämmen den Schaum,

Noch rieseln und raunen die Quellen,

Noch rauschen die Wälder im Traum.

Die Trauben noch golden sich färben

Auf sonniger Bergeswand.

Für dich will ich leben und sterben,

Du schönes deutsches Land.

Noch blühen uns liebliche Frauen

Mit herzigem, frommem Gemüt,

Noch lebet in unserem Gauen

Die Treue in Wort und in Lied,

Noch eint uns mit Locken und Werben

Der Sprache trauliches Band.

Für dich will ich leben und sterben,

Du liebes deutsches Land.

Noch wiegen die nordischen Meere

Viel Männer, trotzig und stark,

Noch schützet in schimmernden Wehre

Der Deutsche die heimische Mark,

Noch sind wir der Väter Erben

An Mut und eiserner Hand.

Für dich will ich leben und sterben,

Du stolzes deutsches Land.

Noch thronet in unserer Mitte

Ein herrliches Herrschergeschlecht,

Noch wohnt in Palast und in Hütte

Der Glaube an Gott und an Recht.

Drum soll uns kein Wetter verderben,

Fest halten den Stürmen wir Stand.

Für dich woll'n wir leben und sterben,

Du deutsches Vaterland.