Der Mond

A. Egidi

Guten Abend du Rundgesicht,

Hüter der weidenden Sterne,

Nächtlicher Langfinger Arbeitslicht,

Heimlicher Liebe Laterne!

Hast mir so oft zum Stelldichein

Still und verschwiegen geleuchtet,

Sahest mit himmlischer Milde drein,

Wenn ich dir reuig gebeichtet.

Habe an dir in Gram und Leid

Stets einen Tröster gefunden,

Oft auch bist du zur rechten Zeit

Hinter den Wolken verschwunden.

Gälte ich etwas bei dem, der thront

Über den rollenden Welten,

Wollt' ich dir gern, du treuer Mond,

All deine Dienste vergelten.

Über den Mond ein Lächeln ging,

Leise hat's mir geklungen:

Willst du mir danken, o Dichterling,

Lasse mich unbesungen.