Orientalisch

A. Fuchs

Trauervoll die langen Nächte

Lehn' ich an dem Dachgeländer,

Und an meine Lippen drück' ich

Ihrer Liebe süße Pfänder;

Denke jener sel'gen Stunden,

Da wir beide, Küsse tauschend,

Leben uns und Seele schenkten

Als zwei glückliche Verschwender.

O wo weilt sie nun, die Holde,

Daß umsonst ich nach ihr spähe?

Bergt ihr sie in euren Thalen

Immer noch, ihr Euphratländer?

Sehnend in die Weite späh' ich,

Ob mein Blick die Karawane

Nicht erschaut und nicht von ferne

Weiße wallende Gewänder;

Aber statt des Schalls der Glöckchen

Hör' ich nur den Schakal heulen,

Bis der öde Morgen dämmert

Um der Wüste blasse Ränder.