Sehnsucht

A. Fuchs

Ich konnte Schlaf nicht finden

Vor Nachtigallensang,

Der aus den dunklen Linden

Durch's Fenster zu mir drang.

Da öffnete ich's leise,

Die Nacht war mild und klar,

Die süße Liebesweise

Ergriff mich wunderbar.

Ein Posthorn in der Ferne

Der Nachtigall Jubellied,

Ein Strahl einsamer Sterne

War, was ich unterschied.

Dein Bildniß aber schwebte

Im Hintergrund der Nacht,

Und meine Brust durchbebte

Der Sehnsucht dunkle Nacht.

Ich sandte dir viel Grüße

Und manchen Liebesblick

Und viele heiße Küsse -

Kein Gruß kam mir zurück.

Und wie ich stand und lauschte

War jeder Klang verhallt,

Und nur der Nachtwind rauschte,

Die Sterne blinkten kalt.

Glaubst du, ich könnte vergessen, -

Ich, der so treu dich liebt?

Du bleibst mir unvergessen,

Bis mich das Grab umgiebt.

Ja trotz der Todesschmerzen

Wird noch beim Wiedersehn

Dein Name meinem Herzen

Tief eingeschrieben stehn.