Bergmanns Lust
A. Gyrowetz
Fromm und still ist Bergmanns Art,
Denn er geht auf rauhen Wegen,
Doch ein milder Himmelssegen
Macht sein Loos ihm minder hart.
Muß entbehren er auch gleich
Was mit Lust erfüllt die Andern,
Einsam und im Finstern wandern,
Ist er doch an Freuden reich.
Fährt er auf nach langer Schicht,
Grüßt die helle heit're Erde
Ihn mit einem neuen Werde
Und mit einem schön'ren Licht.
Grüner ist für ihn der Baum,
Bläuer ihm der Himmelsbogen,
Lieblicher des Stromes Wogen,
Duftender der Waldesraum.
Jede Blume nickt ihm zu,
Vöglein streuen ihre Lieder
Freud'ger ihm als andern nieder,
Und die Quelle rauscht ihm: Ruh.
Ohne Trauern steight er d'rum
Wieder in die finstern Klüfte,
In des Abgrunds feuchte Lüfte,
Wo nur Schauder rings herum.
Denn zu dem, was er verließ,
Wird er ja wohl wiederkehren,
Und die Erde macht Entbehren
Nur allein zum Paradies.