Glück auf!

A. Gyrowetz

Glück auf, so heißet des Bergmanns Wort,

Das schallt zu allen Zeiten fort;

Er spricht's, wenn er zum tiefen Schacht

Hinunter fährt in schwarzer Tracht,

Und wenn er steigt zu Tage auf,

So ruft sein Mund das Wort: Glück auf!

Glück auf, das war der erste Laut

Als ich das Licht der Welt erschaut,

Der Laut mit dem der Mutter Mund

Begrüßt mich auf dem Erdenrund.

Und wer es auch noch sprach darauf:

Es war das herzlichste Glück auf!

Glück auf, so rief auch ich einmal

Im hellen Sonntagsmorgenstrahl,

Als sie mir folgte zum Altar

Den Myrthenkranz im braunen Haar.

Ich denk's nach mancher Jahre Lauf,

Es war mein wonnigstes: Glück auf!

Glück auf, so rufen sie wohl auch

Nach altem echten Knappenbrauch,

Wenn sie mich senken in das Grab

Zu meinen Lieben still hinab.

Doch lieblich muß sich's ruh'n darauf,

Erschallt in's Grab erst solch: Glück auf!

Glück auf darum zu aller Zeit

In Trauer und in Freudigkeit,

In Gottes heller Sonnenpracht,

Im rabenschwarzen Felsenschacht.

Ob's nun hinab, ob's nun hinauf,

Des Bergmanns Wort, es heißt: Glück auf!