Der Abend
A. Harder
Es tönen die Hörner von ferne herüber,
Die Lüfte des Abends umwehen mich mild;
Der Himmel verschleiert sich trüber und trüber,
Bald decket nun Dämm'rung das ganze Gefild.
Des Tages Verwirrungen, Wünsche und Sorgen,
Sie lösen sich leise im dämmernden Raum,
Doch bleibet was tief in der Seele verborgen,
Die Liebe, geheiligt im seligsten Traum.
Verhallen auch jenseits die Töne der Freude;
Mir bleibet der Liebe beglückender Ton,
Er sei es, woran meine Seele sich weide,
Bis einst mit dem Leben die Liebe entfloh'n.
Wohl schwinden die Tage in einsamer Trauer,
Das Leben versinket in stürmende Nacht;
Der Augenblick einzig hat ewige Dauer,
Wo freundlich dem Herzen die Liebe gelacht!