Sehnsucht nach Oscar
A. Harder
Der Himmel ist so trübe,
Scheint weder Mond noch Stern,
Und Oscar, den ich liebe,
Ach, ist so fern, so fern!
Versprach mit Hand und Munde
Beim Auseinandergehn
Gerad' um diese Stunde
Zum Himmel aufzusehn.
Willst du nicht mehr erscheinen
O Mond, auch du uns fliehn?
Der Fernen Blick nicht einen,
In Thränen nicht mehr glühn?
Der uns so oft belauschte,
Wenn Aug' am Auge hing,
Das Herz nur Seufzer tauschte,
Und schweigend sich umfing.
Wenn Liebe nicht zu sprechen,
Ja kaum zu seufzen wagt,
Ist sie denn ein Verbrechen,
Das am Gewissen nagt? --
So hab ich kein Gewissen,
So hab ich nur ein Herz!
Denn, ach! nach tausend Küssen,
Fühlt jenes keinen Schmerz.
Die Sehnsucht schleicht mit Schmerzen
Sich zwar zu mir heran --
Doch steckt nur eure Kerzen,
Orion, Hesper, an!
Dann fällt mit einem Male
Auf euch des Trauten Blick,
Und o mit ewgem Strahle
Auch bald auf mich zurück.