Der Abend

A. Häring

Das Tal gehüllt in Abendduft,

dazu ein still Gebet,

die Glockentöne in der Luft,

die in die Ferne weht,

so ziehe ich durchs fremde Land,

ich kenne keinen Ort,

doch hab' ich manches Herz erkannt

und ziehe freudig fort.

Und eines, das geleitet mich

im Geiste Hand in Hand,

das Herz hat freudetrunken sich

mein Eigentum genannt.

Und so mit diesem Himmelspfand,

das tief im Innern ruht,

so ziehe ich durchs fremde Land

mit immer frischem Mut.