Am Meer

A. Huth

Das Meer erglänzte weit hinaus,

Im letzten Abendscheine;

Wir saßen am einsamen Fischerhaus,

Wir saßen stumm und alleine.

Der Nebel stieg, das Wasser schwoll,

Die Möve flog hin und wieder;

Aus deinen Augen, liebevoll,

Fielen die Thränen nieder.

Ich sah sie fallen auf deine Hand,

Und bin auf's Knie gesunken;

Ich hab' von deiner weißen Hand

Die Thränen fortgetrunken.

Seit jener Stunde verzehrt sich mein Leib,

Die Seele stirbt vor Sehnen; -

Mich hat das unglückseel'ge Weib

Vergiftet mit ihren Thränen.