Der Fischer

A. Hüttenbrenner

Es eilt mit raschem Fuße

Der Wand´rer durch die Welt,

Ich aber sitz´ am Flusse

Im kühlen Weidenzelt.

Ein linder West umfächelt

Mir Stirn und Wangen mild,

Und aus den Wellen lächelt

Mir heiter zu mein Bild.

Ich neige sanft gebogen

Vom Uferfels mich vor,

Leicht wiegend ob den Wogen

Mein schwankes Angelrohr.

Und wie die alte Kunde

Von Wünschelruten spricht,

Entlockt es tiefem Grunde

Mir Schätze silberlicht.

Gar süß ist´s hier im Säuseln

Gesenkter Weiden ruhn,

Und schaun, wie Wellen kräuseln

Und eilbeflissen tun.

Sie ziehen rasch vorüber,

Ich frage nicht, wohin?

Durch Grübeln nicht mir trüber

Zu stimmen Herz und Sinn.

Was schmerzen mag; beglücken,

Auf nichts in weiter Welt,

Als Fischlein zu berücken,

Ist jetzt mein Sinn gestellt.

Wem dahin steht sein Wille,

Dem kommt nichts and´res zu,

Als Schweigen nur und Stille,

Als Stille nur und Ruh´.