Der tote Reiter

A. Hüttenbrenner

Zum Angriff wird geblasen,

Der Reiter hoch zu Pferd

Sprengt über Feld und Rasen,

Es beben Wald und Erd´.

Die Feinde sind geschlagen,

Und mancher Reiter fiel

Ja ohne Furcht und Zagen

Im ernsten Waffenspiel.

Von einem Feindesstreiche,

Die Sache ist nicht neu,

Mit einer Reiterleiche,

Da fielen ihrer zwei.

Es lag mit blonden Haaren

So jung am Straßenrain,

Der Rasen war die Bahre,

Ein schmuckes Junkerlein.

Die Hand, sie hielt die Locke,

Die ihm die Liebe gab;

Die ferne Vesperglocke,

Sie läutet ihn zu Grab.

Und bei der Dorfkapelle,

Die Sache ist nicht neu,

Gleich an der Türenschwelle,

Da liegen ihrer zwei.