Die beiden Zecher
A. Hüttenbrenner
Im Kastell und seinen Hallen
Glänzt ein Licht vom hohen Turm;
Gäste auf und nieder wallen,
Heulet außen auch der Sturm.
Und im reichen Bildersaale
Sitzen zwei tief in die Nacht,
Füllen emsig die Pokale,
Bis der Morgen niederlacht.
Schnell, wie seine Pulse fliegen,
Leert den Becher einer aus,
Und mit minder raschen Zügen
Trinkt der andere daraus.
Will die Zecher dir benennen:
Jugend, Alter schenken ein;
Doch den Becher sollst du kennen,
Aus dem Herzen fließt der Wein.
Und die Leuchte auf dem Turme
Im Kastell des Menschen heißt
Der Gedankengast im Sturme
Phantasie und Menschengeist.