Frühlingsliedchen

A. Hüttenbrenner

Fröhlich, fröhlich Brüder,

Wieder wird der trübe Himmel blau.

Balsam atmend sprossen

Rosen in der aufgelebten Au.

Samtene Aurikeln

Wickeln hier ihr Gold in Lilienweiß.

Seht, dort hüpfen singend, springend

Vögelchen am jungen Reis.

Schatten streut die Linde,

Winde streichen durch ihr rauschend Grün.

Wehend tragen Lüfte,

Düfte durchs besonnte Haintal hin.

Silbern fließt die Quelle,

Helle in des Tages jungem Strahl.

Gras umgrünt die Matten,

Schatten ziehen einsam durch das Tal.

Grün sind rings die Wälder,

Felder ziert der Saaten wallend Meer;

Flüsternd ziehn vom Haine

Reine kühle Frühlingslüftchen her.

Fröhlich, fröhlich Brüder,

Wieder wird der trübe Himmel blau.

Weg vom Winterrädchen,

Mädchen! Auf zum Reigen in die Au!

Was da immer lebe,

Schwebe auf der Freude Flügeln auf;

Gebt den Gram geschwinden

Winden, denn zum Grabe führt sein Lauf.