Klage um den Freund
A. Hüttenbrenner
Vom Baum die Blätter fallen,
Und durch den Wolkenflor,
Die Säulen oder Hallen,
Tritt nun der Mond hervor.
Die kranke Seele wachet,
Spricht mit dem Freunde noch,
Vom Sehnen angefachet,
Und wachend träumt sie doch.
Am Strande hängt der Nachen,
Ihr klingt durch Busch und Rohr,
Obgleich die Wellen lachen,
Das sie den Freund verlor.
Fort sind die Musenklänge,
Die hallen still und leer.
Die lieblichen Gesänge,
Gehört im Traume mehr.
Denn deine Harfe lehnet
Nun an der kahlen Wand;
Vom Wind die Saite tönet,
Wie einst von deiner Hand.
Folgst du auch deinem Sterne,
Bin ich in deinem Zug.
Führt er dich noch so ferne,
Ich folge deinem Flug.