Lebensmelancholie
A. Hüttenbrenner
Der Himmel ist so trübe,
Die Wolken droh´n Gefahr;
Sie gleichen ja der Liebe,
Die einst im Herzen war.
Denn was es gestern freute,
Des Liedes frohe Klang,
Verstimmt das Herz nun heute;
Es fliehet den Gesang.
Ihm winket kein Genesen,
Ihm blüht kein Rosenrot;
Erkaltet ist sein Wesen,
Erstarret wie der Tod.
Entzieh der Baum die Erde,
Die Liebe deinem Herz;
Sieh, ob er blühen werde,
Und fühl der Seele Schmerz.