Mein Frühling
A. Hüttenbrenner
Die Herbstesnebel schweben,
Verschleiern Berg und Tal,
Und blattlos sind die Reben
Vom kargen Sonnenstrahl.
Die Schwalben sind gezogen
Nach fernem Meeresstrand;
Der Rabe kommt geflogen
In unser Rebenland.
Der Nordwind stürmt, der wilde,
Bestreichet Wald und See,
Bedecket die Gefilde
Mit Eis und tiefem Schnee.
Vergangen sind die Blüten,
Vom Halme keine Spur;
Kein Hirte kann mehr hüten
Sein Lämmlein auf der Flur.
Kalt sind die Wintertage,
Doch tönt in meiner Brust,
Ich fühl´s im Herzensschlage,
Der Lerche Lerchenlust.
In meinem Seelenlande
Mir eine Sonne glüht,
Bei deren Feuerbrande
Es Lenz wird im Gemüt.