Die Braut

A. Jensen

Schön Liebchen, komm hernieder,

Die Nacht ist lieblich und hell;

Es rufen dich sehnende Lieder -

Die Stunden jagen schnell!

Die schwarze Burg umbranden

Die Wellen im Mondenschein;

Es ruht der Kahn am Strande,

Steig', süßes Liebchen, ein!

Mein Lieb, was senkst du das Köpfchen,

Was blickst du so trüb und bleich?

Was schleichen sich Perlentröpfchen

Aus den Äuglein schmerzenreich?

Sind lieblich nicht die Fluten?

Nicht friedlich die dunkle See?

Nicht zart meine Liebesgluten?

Nicht freundlich die Sterne der Höh'?

"Wohl lieblich sind die Fluten

Und freundlich die Sterne der Höh',

Und zart deine Liebesgluten,

Und friedlich die dunkle See:

Doch morgen ist meine Hochzeit -

Ein Bräutigam ist bereit,

Und Hochzeitkränze den Gästen,

Und mir ein weißes Kleid."