O sag' mir, wie dich frein
A. Jensen
Steht meiner Dame Kühnheit an,
Gleich schwing' ich mich auf's Pferd,
Und stark und fest im Sattel sei,
Wer ihres Danks begehrt.
Deine Farben trag' ich aus dem Hut,
Dein Bild im Herzen treu,
Und wer sich deinem Aug' nicht neigt,
Dem bringt es Leid und Reu'.
Drum sag' mir, wie dich frein, o Lieb;
O sag' mir, wie dich frein!
Und ob um dich die Andern mich
Verschmähn, ich will's nicht scheun!
In Sammt und Seide will ich gehn,
Ergötzt dich bunte Pracht,
Bei Tag will ich dein Knappe sein,
Dein Wächter bei der Nacht!
Gewinnt dich süßer Töne Schall,
Versuch's, und höre mich!
Deine eigne Stimme raub' ich dir,
Zu frein mit ihr um dich!
Drum sag' mir, wie dich frein, o Lieb!
O sag' mir, wie dich frein!
Und ob um dich die Andern mich
Verschmähn, ich will's nicht scheun!
Doch wenn die Liebe dich gewinnt:
Nie brach ich meinen Schwur,
Keiner Andern gab ich Wort und Pfand,
Dich lieb' ich einzig nur!
Für dich allein reit' ich den Ring,
Trage Blau für dich allein;
Übe Lied und Schwert aus deinen Wink,
O sag' mir, wie dich frein!
Ja sag' mir, wie dich frein, o Lieb!
O sag' mir, wie dich frein!
Und ob um dich die Andern mich
Verschmähn, ich will's nicht scheun!