Unter den Bäumen
A. Jensen
Unter den Bäumen, unter den Bäumen
Ruht das Mädchen tief in Träumen.
Voll von liebendem Verlangen
Träumt sie von der Liebe golden,
Träumt sie sich zu ihrem Holden,
Träumet, doch nicht schlafbefangen.
Denn ein Mädchen voll Verlangen
Unter den Bäumen
Schlummert nicht bei Liebesträumen.
Ihre Brust wallt in die Höhe
Bei dem süßen Traumgesicht;
Sieht sie, was sie träumt, auch nicht,
Träumt sie doch, was gern sie sähe.
Ach, es ist ein schlimmes Wehe,
Unter den Bäumen
Nie zu sehen, was wir träumen!
Traum ist, Liebe, was du schickest,
Wenn du uns entziehst den Schlummer,
Da du uns für echten Kummer
Mit erlogner Lust erquickest.
Wen du Tags im Durst erstickest,
Läßt du Nachts Gelage träumen
Unter den Bäumen.