Mondnacht

A. Khom

Mondesaufgang. Schweigend brütet

Über'm Thal die Sommernacht,

Wünsche, lange still gehütet,

Sind mir in der Brust erwacht;

Geist der Vergangenheit!

Wehest voll Innigkeit,

Weckst mir im Innern

Leises Erinnern.

Muß der Tage wieder denken,

Da ich noch ein Knabe war -

Den ein träumend Selbstversenken

Oft ergriffen wunderbar;

Zukunft ward Gegenwart -

Was ich erstrebt, erharrt,

Ist es dem jungen

Herzen gelungen?

Aufgegangen meinem Leben

Herrlich ist der Liebe Stern,

Doch die andern seh' ich schweben

Noch im Nebel, klein und fern. -

Länger, ach! länger nicht

Werde ihr funkelnd Licht

Mir von dem bangen

Zweifel verhangen!

Wär's auch nur ein eitel Wähnen,

O so laßt mir solchen Wahn:

Ein beharrlich glühend Sehnen

Zieht Erfüllungsglück heran!

Was noch die Nacht umfängt,

Was sich zum Leben drängt,

Laßt sich 's gestalten,

Liebesgewalten!