Cupido ist zwar blind, doch trifft er auch geschwind
A. Krieger
Cupido, Cupido, bist du blind?
Nein, nein,
Es kann nicht sein,
Du bist kein Kind.
Die Augen sein zwar zu
Und stehen dir nicht offen,
Wie hast du denn so oft
Des Menschen Herz getroffen?
O Cupido, lass es sein!
Was du den Augen fürgebunden,
Das ist von einem Flor umwunden,
Darin hast du einen Schein,
Wobei du recht auf eine Seite schielest
Und gleich nach dem verliebten Herzen zielest.
Dergleichen Macht
Hab' ich schon längst gefühlt
Von dir, du kleiner Liebesgott!
Ich bin dir nur ein Hohn und Spott.
Hör' auf, es ist mit mir verspielt,
Mit mir und meiner Pracht.
Cupido, Cupido etc.
Hier lieg' ich nun
Und küsse deinen Thron,
Von dem du Pfeil und Bogen nahmst
Und mir so bald ins Herze kamst.
Ach, lass mich doch, du Venussohn,
Nun auch fein sanfte ruh'n.
Cupido, Cupido etc.
Das schöne Bild,
So du mir vorgestellt,
Erweiche gegen mir, wie ich
Erweichet bin recht innerlich.
So hab ich denn, was mir gefällt,
Und bin für mich gestillt.
Cupido, Cupido etc.