Der Reinsche Wein tanzt gar zu fein

A. Krieger

Seht doch! wie der Rein-Wein tanzt

In dem schönen Glase!

Wie er hin ünd wieder rantzt,

Und kreucht in die Nase,

Daß man vom Geruche bald,

Dumm und dämsch muß werden,

Nein was hat er vor Gewalt

Über uns auff Erden?

Lieber Rein-Wein küsse mich,

Mit verliebten Schertzen,

Ich hingegen werde dich,

Weidlich wieder hertzen,

Drücke doch die beste Krafft,

Von der Berge Klippen,

Nemlich deinen Reben-Safft

Dicht an meine Lippen.

Nun, so tantz mein lieber Wein

Tantz in deinem Glase,

Tantze weil wir lustig seyn,

Tantz auch in die Nase,

Durch die Natze tantze fort,

Wo du hin kanst kommen,

Und so wird uns auff dein Wohl

Alles Leid entnommen.