Der Unbestand ist Ihr verwandt

A. Krieger

Schönste, wo denkst du hin?

Wie veränderst du deinen Sinn?

Was du mir so oft versprochen

hälst du mir nicht,

Alle meine Pein

Ist dir nur ein Schein,

Wieviel hundert Tag und Wochen

Stehn mir umsonst verpflicht?

Quäle mich doch nicht mehr,

Denn es bringt dir gar wenig Ehr',

Aller Unbestand vergehet

Endlich mit dir,

Aber Redlichkeit

Ändert keine Zeit,

Tugend und die Wahrheit stehet

Allezeit für und für.

Schönste, bedenk dich doch

Und erquicke mich endlich noch:

Alle wundervollen Gaben

Hast du an dir,

Nur der Unbestand

Der dir so verwandt

Machet, dass du nicht kannst haben

Völlig die rechte Zier.