Doch bleiben sie und weichen nie
A. Krieger
Ja, es hat sich wohl gewichen:
Wo Cupido einmal wohnt,
Weiß man, dass er niemand schont.
Wann derselb' ist eingeschlichen,
Muss man voll Gedanken sein,
Und die lindern keine Pein.
Drum verzeiht uns, kluge Stirne,
Dass wir nicht von dannen ziehen.
Wollten wir uns gleich bemühen,
Lässt uns doch nicht das Gehirne,
Denn dasselbe müssen wir
Stets bedienen für und für.
Wir Gedanken wichen gerne,
Weil es euch ja so beschwert,
Aber ihr seid ganz verkehrt,
Nicht von einem schlechten Sterne,
Sondern durch ein göttlich Kind
Dessen gleichen man nicht find't!
Tat's euch wohl, da ihr vor diesen
Manchen Tag und manche Nacht,
Nur mit Lust an sie gedacht,
Als ihr wurdet hoch gepriesen?
Ei so denkt auch ihrer noch,
Ob euch gleich beschwert das Joch.
So ein Joch von fremder Liebe,
Das euch überall betrübt;
Also lernet, weil ihr liebt,
Wie man sich darinnen übe.
Wer an Göttern sich verbrennt,
Fühlt ein ander Element.
Aber wahr ist's, wir beklagen,
Dass wir euch bei Tag und Nacht
So viel Unruh' schon gemacht.
Was ihr aber müsst ertragen
Durchs Verhängnis, das muß sein,
Nur verzeiht uns uns're Pein.