Ein Freund, ein Trunk, ein Lieb, ein Sprung

A. Krieger

Die lob' ich, die in dieser Zeit

Sich brauchen ihrer Fröhlichkeit

Und die sich recht mit Recht ergetzen;

Ein and'rer, der die Heller spart

Und täglich kratzet Haar und Bart,

Mag sich in seine Hütten setzen.

Dergleichen Leute lieb' ich nicht,

Viel lieber lob' ich ein Gesicht,

Aus dessen Augen Feuer spielet,

Das zwar das seine nimmt in Acht,

Hingegen aber manche Nacht

Auf lauter Lust und Freude zielet.

Ein Trunk, ein Sprung, ein Schwert, ein Pferd,

Ein Herz, ein Scherz recht frei;

Ein Freund, ein Feind, ein Lieb, ein Hieb,

Ein Klang, ein Schwang darbei;

Wem das gefällt

in dieser Welt,

Der komm' in uns're Reih'

Und mach es mit

Auf Schritt und Tritt,

Recht fröhlich ohne Scheu.

Ihr Helden, lasst uns lustig sein,

Ein treuer Freund und ein Glas Wein,

Die schicken sich sehr wohl zusammen;

Wann wir einander tun Bescheid,

So sieht man ja die Redlichkeit

Aus unsern frischen Herzensflammen.

Kömmt dann der Feind, so sind wir eins,

Und schlagen alles, dass uns keins

Kein einzig Haar vermag zu krümmen.

Erhalten wir das Feld, so sieht

Ein Jeder, wo die Beute blüht,

Und wo das beste pflegt zu schwimmen.

Ein Trunk, ein Sprung

etc.

Wohlan, wir wollen diese Nacht

Auf lauter Freuden sein bedacht,

Es gilt euch, ihr verschwornen Herzen.

Wer eine Liebste haben will,

Der kann mit ihr in aller Still'

Und ohne Sorgen freundlich scherzen.

Indessen trinken wir rein aus,

Und keiner räume dieses Haus,

Bis wir einander wohl geeichet.

Heran! ihr Helden, tut Bescheid,

Und trinkt in lauter Fröhlichkeit,

So lange noch der Wein rum reichet.

Ein Trunk, ein Sprung

etc.