Fleug, Psyche, fleug

A. Krieger

Fleug, Psyche, fleug,

Cupido will nicht mehr dein Eigen sein.

Hier hat er sich in diesen hellen Augen

Der zarten Braut ein Wohnhaus aufgebaut.

Dir, dir,

O schönste Zier,

Erwirbt er nun allein dergleichen Ehr'

Und schätzt dich gleich der wundervollen Psyche,

Von der er neulich wiche.

Wo nun Cupido sitzet

Und in der Stirne blitzet,

Da muss die süße Liebespein

Voll Hitz' und Feuer sein.

Freilich, freilich ist die Glut,

So dahier in eurem Mut

Und in allen Adern brennet,

Von der Venus angezünd't,

Weil sie, gar zu liebes Kind,

Gleich nach euren Augen rennet.

Hier lasst ihr die Liebesflamm'

Eurem liebsten Bräutigam

Gleich nach seinem Herzen schießen.

Er hingegen lacht und denkt,

Was ihn itzund heimlich kränkt,

bald vollkommen zu genießen.

So genieße frisch und frei

Deiner Lust, du schönes Zwei,

Und erlange dein Verlangen.

Was der Himmel Gutes gibt,

Sei in dich zugleich verliebt;

So kannst du vergnüget prangen.

Wir wünschen euch|uns und eurem|uns'rem Herzen

Ein recht erfreulich Liebesscherzen,

Ein Glücke von des Himmels Höhe,

Dass alles Trauern von euch|uns gehe,

Ein süß' und angenehmes Lieben,

Das alle Welt so oft getrieben,

Ein Herz und Sinn und eine Seele,

Solange wir in dieser Höhle

Die hochgeschätzten Himmelsgaben

Mit Freuden können bei uns haben.

Fleug, Psyche,

etc.