Wer lieben kann, der nehm' es an
A. Krieger
Es kann nichts Angenehmer's sein
Auf dieser ganzen Welt,
Als wann zwei Herzen sich so fein
Der Liebe zugesellt.
Man mag mir sagen, was man will,
So schweig' ich doch darzu nicht still
Und bleibe ganz darbei,
Dass außer dieser süßen Frucht
Der herzensvollen Liebessucht
Nichts mehr zu finden sei.
Drum liebe nur, wer lieben kann,
Und kehre sich nicht d'ran;
Denn wen's verdrießt, der tu' es auch,
mich geht es gar nichts an.
Wir wären nicht auf dieser Welt,
Wann unser Vater sich
Hätt' einem Klotze gleich gestellt.
Er machte noch, dass ich
Und wohl viel hunderttausend auch
Ankommen durch den Liebsgebrauch.
O schöne Herrlichkeit,
Du gibst dem Menschen lauter Lust,
Du zuckerst ihren Mund und Brust,
Du würzest ihre Zeit.
Drum liebe nur
etc.
Aurelia war vor der Zeit
Mein allerliebstes Kind,
Nach diesem kam ich anderweit,
Und war im Lieben blind.
Im Finstern schlich ich gern herum,
Und ob gleich mancher Weg war schlimm,
So reut es mich doch nicht;
War's Fillis nicht, so war es doch
Clorinde und wo manche noch
Der Liebeskitzel sticht.
Drum liebe nur
etc.
Wer hier auf dieser Welt nicht liebt,
Der ist nicht wert der Welt.
Und wer gar niemals Achtung gibt
Auf Venus' Rosenzelt,
Der ist ein Ochs und wildes Schwein,
Der kann fürwahr kein Mensche sein.
O nein, so bin ich nicht.
Wer wollte denn die Lebenszeit,
Nicht brauchen mit Ergötzlichkeit
Durch ein schön Angesicht?
Drum liebe nur
etc.