Mit den Schwalben möcht' ich zieh'n

A. Maier

Sommer floh mit schnellem Schritte,

nun ist herbstlich still das Tal;

zwitschernd um die kleine Hütte

Schwälblein schwirrt zum letzten Mal.

Sinnend steh' ich lang' und schaue,

alle Lust ist nun dahin:

Fort, ach fort, hinaus ins Blaue

mit den Schwalben möcht' ich zieh'n!

Dorthin, wo durch Blütenauen

seine Flut der Tiber schlingt,

und am Golf, dem schönen blauen

froh der Fischerknabe singt;

dorthin, wo die nimmermüden

Segler all' des Nordens flieh'n,

nach dem fernen, gold'nen Süden

mit den Schwalben möcht' ich zieh'n!

Hab' dem Vöglein oft gelauschet,

wenn es flüsternd mir vertraut',

wie der Myrtenhain dort rauschet,

wie so klar der Himmel blaut,

wie die grünen Saaten wogen

und die Früchte golden glüh'n;

Vögelein hat nie gelogen,

mit den Schwalben möcht' ich zieh'n!