Kriegslied

A. Methfessel

Die Fahnen wehn! Auf ins Gewehr,

Den Säbel in die Faust!

Das deutsche Volk -- ein großes Heer,

Das von den Alpen bis zum Meer

Ein zürnend Wetter braust.

Es klopft an uns're Pforten an

Des Fremdlings Uebermuth!

Da opfert jeder deutsche Mann

Mit Freuden Gut und Blut.

Die Fahnen wehn im Morgenwind:

Gott schenk' uns Schlachtenglück!

Wir müssen siegen und geschwind,

Dann kehren wir zu Weib und Kind,

Zu Haus und Hof zurück.

Die gold'ne Saat, sie wallt und blinkt

In sommerlicher Pracht.

Auf, Schnitter, eure Ernte winkt

Auf blut'gem Feld der Schlacht.

Und von Boulogne der Adler höhnt

In stolzem Kaiserflug.

Doch der das Abenteuer krönt,

Der Gott des Siegs, der euch verwöhnt,

Er ruft: Es ist genug!

Die Sonne selbst von Austerlitz

Verbirgt ihr glorreich Licht!

Euch leuchte unser Zornesblitz,

Der aus den Wettern bricht!

Ihr habt den Brief der Schmach begehrt

Mit frechem Uebermuth!

Den Brief, der nimmer uns entehrt,

Wir schreiben ihn mit uns'rem Schwert,

Wir schreiben ihn mit Blut.

Und Gott der Herr führt uns're Hand

Und straft des Feindes Hohn --

Und feurig flammt es an der Wand

Und nieder stürzt sein Thron.

Die Wogen rollt der Vater Rhein

Die Rebenhöh'n entlang!

Und der hier wächst, der deutsche Wein,

Wird nie in eurer Kelter sein,

Er trägt nicht fremden Zwang.

Die Fahnen hoch und sturmesschnell

In Feindesland hinein!

Wir trinken aus dem frischen Quell

Dort den Champagnerwein.

Und naht der Tod -- wir zagen nicht!

Leb' wohl, du schöne Welt!

Nacht decke unser Angesicht,

Doch ringsum wird von freud'gem Licht

Das deutsche Land erhellt.

Und Süd und Nord verknüpft zum Bund

Der Main, ein Silberband!

Wir legen einen festen Grund

Dem ein'gen Vaterland.