Im Frühling
A. Mühling
Es ist so still, es ist so schön,
So grün das Thal, so licht die Höh'n,
Mir ist so wohl, mir ist so bang,
So war mir's nie mein Leben lang!
So mild die Thrän' und still und weich,
Das volle Herz so schwer und reich,
Mein Blick zerfließt im Frühlingsglanz,
Die Berge sind ein Blüthenkranz.
Die Schiffe ziehn auf lichter Bahn,
Der leichte Kahn wogt wie ein Schwan,
Von Lieb und Lust die Brust so schwer
Ziehn Vöglein doch so leicht einher.
O Frühling, blühend Freudenreich,
Was ist wohl deinem Walten gleich?
Wie sich's bei Lieb' und dir vergißt,
Daß Erde nicht der Himmel ist!