Vorgefühl
A. Riccius
Schon fegen die Winde
Lau durch die Nacht,
Es springt die Rinde,
Die Decke kracht.
Die Wellen schäumen,
Die Strömung schießt,
Aus Winterträumen
Der Frühling sprießt.
Mit süßer Wehre
Kämpft Lenz, der Held,
Mit lustigem Heere
Zieht er in's Feld.
Mit Blumen stickt er
Sein Kriegsgewand,
Und Strahlen blickt er
Und Wolkenbrand.
Die Wiesen rauchen
Von bläulichem Duft,
Und Knospen tauchen
Aus stiller Gruft.
Die Zweige wiegen
Ein Blüthenmeer,
Und Falter fliegen
Als Boten umher.
Das ist ein Rüsten
Als wie zur Schlacht,
Als ob sie wüßten:
Mein Herz erwacht.
Pein, so linde,
Du sprossende Saat --
Es springt die Rinde,
Die Liebe naht.
Nun kann ich nicht wenden
Den wonnigen Schmerz --
Wie soll das enden
Mein armes Herz?