Am Baume

A. Rietz

Die Sonne ruhig sinket,

Der durst'ge Anger trinket

Den kühlen Abendthau;

Die Vögel schlafen gehen,

Die Lichter auferstehen

Am Himmel, dunkelblau.

Es wird so groß und stille,

Und aller herbe Wille

Zergeht im Dämmerraum.

Daß du mir bist versaget,

Und daß ich drum geklaget,

Ich fühl's, ich fühl' es kaum.

Mit dir, mit dir zu schleichen,

Mit dir, mit dir zu weichen

Bis an des Waldes Saum!

Mit dir, mit dir zu eilen!

Mit dir, mit dir zu weilen

An unsrem Friedensbaum!