Kennst du das Land, wo über Grabes Nächte
A. Romberg
Kennst du das Land, wo über Grabes Nächte
zum besser'n Sein sich auf die Seele schwingt?
Kennst du das Land, wo mit der Frommen Rechte
die Tugend zu der Siegespalme dringt?
Kennst du es wohl? Dahin, dahin
will ich mit dir, o meine Freundin, zieh'n.
Hoch über Erdentand, hoch über'm Tod
scheint uns des besser'n Lebens Morgenrot.
Kennst du das Land, wo für der Erden Leiden
Vergessenheit die treuen Dulder lohnt?
Kennst du das Land, wo über Sternenkreisen
der Wesen heiligstes in hohem Frieden thront?
Kennst du es wohl? Dahin, dahin
will ich mit dir, o Heißgeliebte, flieh'n.
Da werden wir in ungestörtem Frieden
viel reiner noch, viel zärtlicher uns lieben.
Kennst du das Land? Hoch über ird'schem Sinnen
in unermess'nem Raum, da such' es auf.
Suchst du das Land? O lass dein stolz Beginnen,
du find'st es nur, schließt Tod das Tor dir auf.
Kennst du es wohl? Dahin, dahin
willich mit dir, du meine Einz'ge, zieh'n.
Da werden wir nie voneinander scheiden,
da leben wir der Freundschaft reinen Freuden.