Klage des Mädchens

A. Romberg

Ha, verlassen, die ihn liebte,

und die heil'gen Schwüre brechen,

aus der Liebe weichem Arm sich winden;

o, das konnt' er, der an meinem Busen,

an dem liebeglüh'nden Herzen ruhte?

Konnte das der Heißersehnte,

den der Liebe sanfte Klage ruft?

Wache ich, so denk' ich seiner,

denke jener sel'gen Stunden,

wo wir ganz in Liebe hingegossen,

in uns eine Welt von Seligkeiten,

ach, den schönsten Traum des Lebens träumten?

Wenn ich ruhe, führt in seinem Bild

mir mein Genius den Schlummer zu.

Mit ihm ist der Traum verschwunden,

mit ihm floh'n des Lebens Freuden,

und der Sehnsucht sanfte, stille Träne

hüllt das Auge, das sonst Liebe strahlte!

Weinen will ich um dich, heiß Geliebter,

bis der namenlose, bitt're Schmerz

mit des Lebens traur'gem Gut entflieht!

Weine nicht, es ist vergebens,

Ihn bringt keine Klage wieder.

Ach, er zog dahin zu fernen Landen,

wo die sanften Lüfte um ihn spielen,

wo der Neuheit buhlerische Reize

ihn, den holden Jüngling, ganz umfah'n.

Ach, nun denkt er seiner Emma nicht!