Die Erde ruht
Rubinstein, Anton
Die Erde ruht, und Wolken schweben
vergoldet von dem Abendglühn,
verstummt ist ringsum alles Leben,
der Thau blitzt auf dem Wiesengrün.
Es ist so still wie vor nahen Wettern -
da donnerts fern und blitzt zumal,
es spielt der Wind mit jungen Blättern,
Die Quelle rieselt leis' durch's Thal.
Und tiefe Stille senkt sich nieder
und Dunkel über Wald und Flur,
müd' hängen alle Zweige nieder,
schlaflose Blättchen säuseln nur.
Die Dämm'rung weicht der Nacht allmählig, -
O Liebesstern, wie hell du scheinst,
es wird dem Herzen lind und selig
wie in der frohen Kindheit einst.