Die Wolken

Rubinstein, Anton

Wolken am Himmelszelt, ewige Wanderer,

Die über Berg und Thal ohne Ermüden ziehn:

Floht ihr den Steppenhord, lockt euch ein anderer,

Müßt ihr, verbannt wie ich, mit mir zum Süden ziehn?

Sagt, was verbannt euch: des Schicksals Gerechtigkeit,

Eines Verbrechens Fluch, der unversöhnlich ist?

Heimlicher Neid und Trug, offene Schlechtigkeit,

Heuchelnder Freunde List, wie sie gewöhnlich ist?

Nein! Ihr entflieht nur dem fruchtleeren Lande hier,

Frei seid ihr jeglicher fesselnder Spannung Qual,

Kennt keine Leidenschaft, kennt keine Bande hier,

Kennt keiner Heimat Glück, keiner Verbannung Qual!