Fliehe hin, Nachtigall

Rubinstein, Anton

Singe, Nachtigall,

nicht mir am Fensterrand,

fliehe fort in den Wald,

in mein Heimathland,

hab' das Fensterchen lieb

meiner Herzensmaid,

schluchze seelenvoll trüb

ihr von meinem Leid,

sag daß ich ohne sie

welke hin vor Weh,

wie dahin welkt im Herbst

auf der Stepp' der Klee.

Dunkel ist ohne sie

Nachts des Mondes Licht,

ohne sie wärmt mich

Tags auch die Sonne nicht,

ohne sie wessen Blick

lächelt sonst mir zu,

und an wessen Brust

legt sich mein Kopf zur Ruh',

ohne sie wessen Wort

könnt mich sonst erfreun,

wessen Lied, wessen Gruß

könnt zu Herzen sein?

Singe, Nachtigall

nicht deine Lieder mir,

fliehe heim, fliehe heim,

fliehe hin zu ihr!