Frühlingsgefühl

Rubinstein, Anton

O dun leichter, loser Wind,

was bedeutet deine Weise?

Nah'st so lieblich, nah'st so leise,

zauberisches Himmelskind.

Ach! was füllet nun die Brust?

Ach! was hebt die Seele wieder?

Sendest Frühling, du mir nieder

deine ach! so kurze Lust?

Auf zum Himmel schau ich gern,

seh' die Wolken, seh' sie ziehen,

leuchtend ziehen und entfliehen

hinter Wälder grau und fern!

Kommt von Oben Kunde her?

Kehrt zurück in diesen Stunden

alles Liebe, das entschwunden?

Ist fortan kein Trauern mehr?

Oder ist der Sehnsucht Thor

dort, wohin mit leichten Schwingen

Himmelwandernd Vöglein dringen,

stets verschlossen wie zuvor?

Ach! wer zeigt zum dunklen Port

mir die unbekannten Pfade?

Ach! wer spricht das Wort der Gnade,

wer das zauberische: Dort?